Öko-Labels, Zertifizierung, Umweltzeichen

Was sie bedeuten und wie man sie bekommt


Es gibt eine ganze Reihe an Umweltsiegeln im Zusammenhang mit der Rohstoffgewinnung, Schadstoff- und energieschonenden Herstellung und Verarbeitung rund um das Thema Papier. Und wie man sich als umweltgerecht produzierende Druckerei zertifizieren lassen kann, damit die Kunden einen glaubwürdigen Nachweis haben, darum soll es ebenfalls gehen. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht nicht.

Zertifikate und Umweltsiegel für Papiere & Erzeugnisse

Forest Stewardship Council®

FSC ist ein Siegel für Produkte aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Um das Zertifikat zu erhalten, müssen weltweit gültige Standards erfüllt werden unter Einbeziehung alle relevanten Interessengruppen. Die Vergabe des Zertifikats erfolgt nach einer erfolgreichen Prüfung durch unabhängige Dritte mit einer jährlichen Wiederholungspflicht. „Das FSC-System sichert so die Nutzung der Wälder gemäß den sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedürfnissen heutiger und zukünftiger Generationen“. Bei der Herstellung von FSC-zertifizierten Produkten können entweder Mengen aus FSC-zertifizierten Wäldern, kontrollierte oder legale Holzherkünfte und Recyclingmaterial eingesetzt werden. Je nach Typ des FSC-Kennzeichens ist nachvollziehbar, welche Rohstoffe genutzt oder ob eine Mischform an Rohstoffen verwendet wurde.

Für den Zertifizierungsprozess werden zehn Prinzipien mit 56 Indikatoren angesetzt, auf denen die FSC-Standards zur Waldbewirtschaftung basieren.

Weitere Informationen finden Sie bei FSC® Deutschland  https://www.fsc-deutschland.de/was-ist-fsc/kennzeichen/

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FSC® Papiere bei IGEPA sind u.a.:

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Der Blaue Engel

Der Blaue Engel ist seit über vierzig Jahren das Umweltzeichen der Bundesregierung. Es dient als marktbasiertes, freiwilliges Instrument der Umweltpolitik. Um den Blauen Engel zu erhalten, wird der Produktlebenszyklus – wie zum Beispiel Papiere in unserer Branche – ganzheitlich bewertet – von der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Entsorgung und Recycling. Es werden „die entscheidenden umweltrelevanten Bereiche für jede Produktgruppe“ identifiziert, bei denen „wesentliche Umweltbelastungen verringert oder sogar vermieden werden können“ und Kriterien mit Nachweispflichten zur Vergabe des Zeichens festgelegt. Dabei geht der Blaue Engel nach eigenen Angaben über klassische Umweltkritierien wie niedrigen Energieverbrauch, geringe Emissionen in Wasser, Luft und Boden oder Ressourcenschutz hinaus. Es werden auch gesundheitliche Aspekte wie Schadstoffarmut und Geräuschemissionen bewertet.

Weitere Informationen finden Sie bei Blauer-Engel.de: www.blauer-engel.de/

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Papiere mit dem Blauen Engel bei IGEPA sind u.a.:

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PEFC®


PEFC ist das größte unabhängige Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung. Allein in Deutschland sind bereits drei Viertel der Wälder PEFC-zertifiziert. Papierprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Zertifiziert wird nicht nur das Produkt Holz, sondern auch das forstliche Management. In der Verarbeitungskette des Holzes vom Wald bis zum fertigen Produkt stellt für PEFC jedes einzelne Unternehmen ein wichtiges Kettenglied dar. „Deshalb ist es notwendig, dass sich alle Unternehmen, die mit Holz und Holzprodukten arbeiten beziehungsweise handeln, zertifizieren lassen“, so die PEFC Deutschland GmbH. Die Nachvollziehbarkeit und Rückverfolgung des Holzflusses vom Produkt über den holzbearbeitenden und verarbeitenden Betrieb bis zum zertifizierten Waldbestand macht diese Zertifizierung aus.

Weitere Informationen finden Sie bei PEFC online unter https://www.pefc.de/


EU Ecolabel

Das EU Ecolabel ist das in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, aber auch von Norwegen, Liechtenstein und Island anerkannte EU-Umweltzeichen. 1992 wurde es durch eine EU-Verordnung eingeführt und dient Verbraucherinnen und Verbrauchern beim Kauf als Hinweis umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen, welche zur Reduzierung der Umweltverschmutzung beitragen. Das Spektrum beinhaltet Papiere, Farben und Lacke, schließt derzeit jedoch Kategorien wie z.B. Nahrungsmittel, Getränke und Arzneimittel aus.

Die unabhängige RAL gGmbH prüft eingehende Anträge auf Nutzung des EU Ecolabels und schließt nach positiver Prüfung die entsprechenden Zeichenbenutzungsverträge mit den jeweiligen Zeichennehmern ab.

Weitere Informationen finden Sie online unter eu-ecolabe.de

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Papiere mit EU-Label sind u.a.:

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Nordic Swan

Das Nordic Swan Ecolabel wurde 1989 vom Nordischen Ministerrat als freiwilliges Umweltzeichensystem für die Länder Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden eingeführt. Es dient als „ein wirksames Instrument, um Unternehmen dabei zu helfen, nachhaltige Lösungen voranzutreiben – und damit Verbrauchern und professionellen Käufern die Wahl der umweltfreundlichsten Waren und Dienstleistungen zu ermöglichen.“  Die Kriterien für das modular aufgebaute Nordic Swan Umweltzeichen für Papierprodukte umfassen viele Anforderungen an die Zellstoff- und Papierproduktion. Das Basismodul enthält allgemeine Anforderungen an die Waldbewirtschaftung, die Emissionen, den Energieverbrauch und die Abfallentsorgung im Zusammenhang mit der Zellstoff- und Papierproduktion. Das Modul Forstwirtschaftliche Anforderungen enthält Informationen über die Anforderungen an Rohstoffe, die aus forstwirtschaftlichen Betrieben stammen. Das Modul Chemikalien enthält allgemeine Anforderungen an die Anwender von Chemikalien bei der Herstellung von Zellstoff und Papier.

Weitere Informationen zum Nordic Swan Ecolabel finden Sie online unter:  www.nordic-ecolabel.org




Österreichisches Umweltzeichen

Das Österreichische Umweltzeichen wird als unabhängiges Gütesiegel für Umwelt und Qualität durch das Bundesministerium Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation, Technologie Österreich u.a. an Produkte und Dienstleistungen vergeben. Um nachzuweisen, dass Betriebe, Produkte oder Dienstleistungen den Anforderungen der Umweltzeichen-Richtlinien entsprechen, müssen die einreichenden Unternehmen ein Gutachten einer qualifizierten unabhängigen Prüfstelle vorlegen. Einmal vergeben, hat das Siegel eine Gültigkeit von vier Jahren. Mit dem Umweltzeichen ausgewiesene Produkte oder Dienstleistungen erfordern neue Gutachten vor Fristablauf, sobald sie verändert werden.







Zertifizierungen zur umweltfreundlichen Produktion von Printmedien

 
Was kann man als Druckerei tun, um klimafreundlich und ressourcenschonend zu drucken?

Normen zur Unterstützung klimaneutraler Produktion von Druckerzeugnissen


DIN/ISO 14040 und 14044: Normen zur Ökobilanzierung
DIN/ISO 14067: Norm für den CO2-Fußabdruck von Produkten
CO2-ISO 16759: Norm zur Berechnung des Fußabdruckes von Druckerzeugnissen


Ökoprofit Umweltberatungsprogramm für Integrierte Umwelt-Technik mit Netzwerkzugang


Man kann es als Vorbereitung auf eine spätere Zertifizierung nach DIN EN ISO 14001 ansehen – das Ökoprofit-Umweltberatungsprogramm aus Österreich. 1990 entwickelt, wird es  international zur Betriebskostensenkung eingesetzt, stets unter dem Aspekt der Ressourcenschonung. Auch in Deutschland beteiligen sich Kommunen an dem Programm, vorzugsweise in NRW, Bayern und Hamburg. Ziel ist es, „betriebliche Emissionen zu reduzieren, natürliche Ressourcen zu schonen, die Ökoeffizienz zu steigern und das Bewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit zu erhöhen“, so die Initiative auf ihrer Webseite. Produzierende Unternehmen können an dem einjährigen Programm teilnehmen und ein Abfallwirtschaftskonzept, ein betriebliches Umweltprogramm und Kennzahlenentwicklung zur Umweltleistung erarbeiten. Diese werden nach Projektverlauf anhand eines Kriterienkatalogs geprüft und bei erfolgreicher Abnahmen zertifiziert. Somit kann die Umweltbelastung reduziert und gleichzeitig Kosten langfristig gesenkt werden.

Weitere Informationen zu ÖKOPROFIT finden Sie online unter: https://www.oekoprofit.info/


Der Blaue Engel DE-UZ 195 – Zertifizierung für Druckerzeugnisse 


Im Jahr 2015 wurde vom Umweltbundesamt ein Kriterienkatalog aufgesetzt, auf dessen Basis Druckereien ein gesamtes Druckprodukt mit dem Blauen Engel auszeichnen können. Um dies zu tun, sind gegenüber der Zertifizierungsstelle RAL gGmbH Nachweise über das Druckprodukt selbst und über die Druckerei als Betrieb vorzulegen. Laut bvdm-online.de müssen folgende Kriterien bezüglich des Produktes erfüllt sein:

  • Das Druckprodukt muss in seiner Gesamtheit überwiegend aus Papier oder Kartonage bestehen.
  • Bei den eingesetzten Papieren müssen Recyclingpapiere, die mit dem Blauen Engel RAL-UZ 14, RAL-UZ 56 oder RAL-UZ  72 ausgezeichnet sind, verwendet werden.
  • Nachwachsende Rohstoffe, z. B. in Farben, sollen nicht gentechnisch verändert sein.
  • Klebstoffe, Farben, usw. müssen unbedenklich gegenüber Umwelt und Gesundheit sein, d. h. sie müssen aromatenfrei sein und dürfen eine Reihe von gelisteten Stoffen nicht enthalten.
  • Es müssen emissionsarme Klebstoffe verwendet werden, die einen Score von über 50 nach INGEDE-Methode 12 besitzen.
  • Das Produkt muss nach INGEDE-Methode 11 deinkbar sein und einen Score von mindestens 70 erreichen.

Die Druckerei selbst muss ein zertifiziertes Umweltschutz- Management-System wie ISO 14001 vorlegen oder EMAS, dazu umweltschonendes Energiemanagement vorweisen, zertifiziert nach ISO 50001 oder alle energiebedingten Verbräuche und eine Umwelterklärung über den Produktionsablauf per Aufstellung einreichen. Wie bvdm-online.de weiter berichtet, sind die VOC-Emissionen in der Druckerei nachweislich zu begrenzen. Hierfür kann ein alkoholfreier Druckprozess oder die Begrenzung der Alkoholbeimischung im Feuchtwasser auf unter 3 % als Nachweis angeführt werden. 

Zusätzlich sind die Angaben zur Unbedenklichkeit für Klebstoffe, Heftklammern, Druckhilfsmittel und Farben durch die Lieferanten zu bestätigen. Und auch die der Überprüfung des Energieverbrauchs, des Papierabfalls und weiterer Umweltziele dienlichen Kennzahlen sind vorzulegen samt der notwendigen technischen Anlagen.

Eine erstmalige Zertifizierung kann bis zu 6 Monate dauern. Haben Sie den Blauen Engel DE-UZ 195 für ein Druckprodukt erhalten, bleibt die Geltung bis zur Kündigung des Nutzungsvertrages erhalten.

Weitere Informationen zur Zertifizierung Blauer Engel für Druckerzeugnisse finden Sie online unter: https://www.dmpi-bw.de/news/2021/blauer-engel-fuer-druckerzeugnisse-de-uz-195.php


Klimaneutrales Papier


Als “klimaneutral” bezeichnet man Unternehmen, Prozesse oder Produkte, deren unvermeidbare Treibhausgasemissionen berechnet und durch Unterstützung eines Klimaschutzprojektes ausgeglichen wurden.

Mithilfe von CO2-Kompensation bei der Herstellung von Produkte, tragen wir so dazu bei, den Treibhauseffekt zu begrenzen. Da der CO2-Ausstoß bei der Papierherstellung nicht vollständig vermieden werden kann, gleichen wir diese Belastung mit der Förderung von Klimaschutzprojekten der Umweltorganisation ClimatePartner wieder aus. ClimatePartner ist einer der führenden Dienstleistungsträger im Klimaschutz und hilft Unternehmen dabei, Klimaschutzlösungen effizient umzusetzen.

Weitere Informationen finden Sie auf www.climatepartner.com


Reclay – Recyclingfähigkeit


Durch eine genaue Definition, Identifikation und Bemessung der Recyclingfähigkeit einer bestimmten Verpackung ist es möglich, die Werte der dort verwendeten Rohmaterialen zu erhöhen, die Effizienz des Verwertungsprozesses zu steigern und die Qualität des Materials zu verbessern.

Das Reclay Beratungsteam hat ein eigenes Softwaresystem zur Bemessung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen entwickelt (RECOTool®), das darauf ausgerichtet ist, die lokalen Mindestanforderungen an die Definition und Bemessung der Recyclingfähigkeit einer Verpackung zu erfüllen. Herstellern wird auf diese Weise ermöglicht, Strategien zu Verbesserung der Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen zu entwickeln. 

Was gibt der Recyclingfähigkeitswert an?
AAA:
95 bis 100 % – Beste Recyclingfähigkeit (basierend auf dem aktuellen Benchmark)
AA: 90 bis 94 % – Exzellente Recyclingfähigkeit
A: 70 bis 89 %  – Gute Recyclingfähigkeit
B: 50 bis 69 % – Moderate Recyclingfähigkeit (hohe Material- oder Qualitätsverluste)
C: 0 > bis 49 % – Geringe Recyclingfähigkeit
D: 0 – Nicht recyclingfähig


Alterungsbeständigkeit nach DIN 6738


Diese deutsche Norm beschreibt Papiere, die als Informationsträger in Archiven mit langer Lagerzeit benutzbar sein müssen. Ihre Alterungsbeständigkeit ist nach Lebensdauerklassen gestaffelt:
Papiere mit einer Lebensdauer von mindestens 50 Jahren / von mindestens 100 Jahren / von einigen 100 Jahren.
Diese Papiere haben eine Lebensdauer, an die höchste Ansprüche gestellt werden können, und dürfen „alterungsbeständig“ genannt werden.


Alterungsbeständigkeit nach DIN ISO 9706


Die internationale Norm beschreibt Papiere (auch unbedruckte), die auf Dauer aufbewahrt werden sollen. Die Anforderungen der DIN ISO 9706 übersteigen jene der DIN-Norm 6738. Experten bezeichnen die DIN ISO 9706 als „Supernorm“, die zum Ziel hat, Papiere für die Aufbewahrung auf unbegrenzte Dauer zu definieren.


ISO 14001


Die „International Organisation for Standardisation – Environmental Management“ (ISO) definierte 1996 erstmals den Begriff Umweltmanagement. Ein System, in dem Umweltaspekte bei allen täglichen Aufgaben und firmenpolitischen Entscheidungen berücksichtigt werden. Dabei legte sie Standards zur Erhebung und Bewertung umweltrelevanter Fragestellungen fest und beschrieb Verfahrensweisen zur Vermeidung von Umweltbelastungen. Die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001, als eine wichtige Norm innerhalb einer ganzen Normenfamilie, fasst die weltweit aner-kannten Anforderungen an betriebliche Umweltmanagementsysteme zusammen. Verschiedene Bereiche wie Ökobilanzen, Umweltkennzahlen oder Umweltleistungsbewertung werden definiert – sowohl für produzierende als auch für dienstlei-stende Unternehmen. Darüber hinaus stellt sie ein Instrumentarium zur wirkungsvollen Kontrolle dieser Maßnahmen dar. ISO 14001 legt den Schwerpunkt dabei auf die kontinuierliche Verbesserung der jeweils definierten Umweltziele. Durch den Aufbau eines Umweltmanagements und die regelmäßige Kontrolle und Neuformulierung der gesetzten Umweltziele kann so betrieblicher Umweltschutz nachhaltig durchgesetzt und verbessert werden.



Umweltzertifizierungen der aktuell verfügbaren IGEPA-Produkte

             

Immer mehr Kunden verlangen heute nicht mehr nur brillante Druckergebnisse. Sie wollen auch wissen, woher die Rohstoffe zur Papiererzeugung überhaupt kommen und inwiefern sie ihre kreativen Ansprüche an das Papier mit maximaler ökologischer Verantwortung in Einklang bringen können.

Die beiden Zertifizierungssysteme FSC® und PEFC werden von den meisten NGOs und nationalen Systemen anerkannt. FSC® und PEFC erfüllen das gleiche Ziel einer nachhaltigen Waldwirtschaft.




IGEPA Zertifikate Download



IGEPA FSC® Zertifikat

 



IGEPA PEFC Zertifikat