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Winfried Brüggmann, geschäftsführender Gesellschafter von Igepa group, über die Entwicklung des Papiermarktes
Reinbek bei Hamburg, 25. Juni 2002. Winfried Brüggmann, Geschäftsführer der Igepa group, Reinbek bei Hamburg, äußert sich zu der Entwicklung der Igepa group und des Papiermarktes.
Frage: Wie sehen Sie die Entwicklung des Papiermarktes in Europa angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Lage?
Winfried Brüggmann: Gegenüber dem Rekordjahr 2000 ist die Nachfrage nach Papier im Jahr 2001 leicht rückläufig gewesen. Europaweit ging der Papierabsatz in diesem Zeitraum um etwa drei Prozent zurück. Angesichts der prognostizierten konjunkturellen Entwicklungen sehen wir jedoch eine Belebung der Nachfrage für das zweite Halbjahr 2002. Da die Papierindustrie generell etwas früher als die übrige Wirtschaft auf konjunkturelle Entwicklungen reagiert, sind wir hier optimistisch. Experten aus der Industrie gehen sogar davon aus, dass sich der Papierabsatz im Jahr 2002 um drei bis fünf Prozent im Vergleich zu 2001 steigern wird. Allein für Westeuropa wird ein Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauchs von 205 auf 268 Kilogramm Papier vorhergesagt.
Frage: Das papierlose Büro wurde vor einiger Zeit als Zukunftsvision herauf beschworen. Wie beurteilen Sie das aus heutiger Sicht?
Winfried Brüggmann: Entgegen den Prognosen der 90er Jahre ist der Papier-verbrauch in den letzten Jahren sogar stark angestiegen. Das High-Tech-Land USA liegt mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 332 Kilogramm Papier im Jahr 2000 sogar noch gut ein Drittel über dem Niveau der Bundesrepublik Deutschland. Hier wurden im vergangen Jahr 233 Kilogramm pro Kopf verbraucht (Quelle: VDP, Verband Deutscher Papierfabriken e.V., 2002). Allerdings sehen wir eine Verschiebung der Nachfrage: Während der Bedarf an Zeitungspapier sinken wird, kommt es im Bürobereich zu einem starken Anstieg des Papierbedarfs.
Frage: Wie teilt sich der europäische Papiermarkt auf?
Winfried Brüggmann: Mit einer Jahresproduktion von 18,1 Millionen Tonnen Papierprodukten (Quelle: VDP, Verband Deutscher Papierfabriken e.V., 2002) war Deutschland im Jahr 2000 europaweit die Nummer Eins vor Finnland, Schweden, Frankreich und Italien. Während der westeuropäische Markt nur noch ein geringes Wachstumspotential aufweist, gehen Experten davon aus, dass sich der osteuropäische Markt stärker entwickeln wird. Hier wird mit einer jährlichen Wachstumsrate von vier bis fünf Prozent gerechnet.
Frage: Wie wichtig ist der gesamteuropäische Markt für die Igepa group?
Winfried Brüggmann: Wir verstehen uns als europäisches Unternehmen mit regionalen Wurzeln. Westeuropa und auch zunehmend Osteuropa gehören zu den wichtigsten und anspruchsvollsten Papiermärkten dieser Welt. Unser Ziel, dem wir durch die Allianz mit xpedx wieder ein Stück näher gekommen sind, ist die flächendeckende Versorgung aller europäischen Länder mit Igepa-Produkten. Sowohl in Finnland und Schweden, als auch in Italien, Frankreich und Russland gibt es unsere Produkte zu kaufen. Wir stellen uns der Herausforderung der globalisierten Märkte durch weitreichende Investitionen in unsere Niederlassungen überall in West- und Osteuropa.
Frage: Aktuelle Entwicklungen zeigen: Die Grenzen für ein Wachstum durch nationale Unternehmenszusammenschlüsse sind erreicht. Für die Zukunft der Papierbranche sind globale Fusionen und Beteiligungen unabwendbar. Können Sie diesen Trend bestätigen?
Winfried Brüggmann: Ja, insgesamt bedienen heute sieben internationale Papiergroßhändler, darunter die Igepa group, 73 Prozent (in 2001) des europäischen Marktes. Die Igepa group konnte dabei ihren Marktanteil von fünf Prozent in 1990 auf zehn Prozent in 2001 steigern. Dieser Konzentrationsprozess setzt sich weiter fort.
Frage: Welche Vorteile haben Unternehmensgröße und internationale Kooperationen im Papiermarkt?
Winfried Brüggmann: Wir erkennen eine zunehmende Globalisierung des Papiermarktes. Großkunden, wie Verlage und Versandunternehmen, agieren international. Deshalb ist es für uns sehr wichtig, genauso flächendeckend und international präsent zu sein wie unsere Kunden. Durch strategische Allianzen können wir unsere Marktposition international ausbauen und unseren Kunden ein gruppenweit einheitliches Sortiment bieten. Außerdem ergeben sich durch diese Partnerschaften Chancen zur Entwicklung neuer und kundenorientierterer Produkte. Kompetenzen und Ressourcen werden gebündelt und zielgerichtet eingesetzt. Internationale Beteiligungen und Fusionen sowie Investitionen in neue Produktionsanlagen tragen dazu bei, dass die Geschäftspartner einen kostengünstigeren Zugang zu Rohstoffen und neuen Märkten erhalten und effektiver arbeiten können. Unsere Kunden haben außerdem die Gewissheit, international die gleiche Qualität zu erhalten.
Frage: Eine einheitliche Marketingpolitik und gemeinsame Strukturen für Einkauf und Sortiment bei gleichzeitiger Selbst?ndigkeit der beteiligten Unternehmen sichern der Igepa group einen deutlichen Wettbewerbsvorsprung auf dem europäischen Markt. Worin liegen die Vorteile der Selbstständigkeit für die Partner in der Igepa group?
Winfried Brüggmann: Das ist genau der Kernpunkt unserer Strategie: Die Leistungsstärke der Einheiten vor Ort basiert auf der Flexibilität, mit der sich die Unternehmen an den regional oft sehr unterschiedlichen Bedürfnissen ihrer Kunden orientieren. Um kurze Entscheidungswege zu gewährleisten, behalten sie daher in Form von unabhängigen Gesellschaften ihre Eigenständigkeit.
Frage: Worin liegen insgesamt die Vorteile für die Unternehmen in der Igepa group?
Winfried Brüggmann: Die Igepa group vereint in sich alle Vorteile, die eine Interessengemeinschaft dieser Größe mit sich bringt: Wo Synergieeffekte sinnvoll genutzt werden können, arbeiten die Partner sehr eng zusammen. So zum Beispiel im Bereich Produktentwicklung: Aufgrund des Know-hows und der Erfahrungen unserer Partner sind wir in der Lage, Produkte individuell und kundenorientiert zu gestalten.
Frage: Mehr als 75 Prozent Ihres Sortiments machen die Igepa-eigenen Handelsmarken aus. Wie sieht hier Ihre zukünftige Strategie aus?
Winfried Brüggmann: Die Igepa Handelsmarken sind ein wichtiger Erfolgsfaktor unserer Unternehmensstrategie. Der Vorteil eigener Marken für den Kunden liegt klar auf der Hand: Die Produkte sind ständig verfügbar. Der Kunde kann auf die gewohnte Qualität vertrauen. Um dieses Qualitätsversprechen auch international umzusetzen, bauen wir unsere Dachmarkenstrategie konsequent aus. Das bedeutet, dass wir die Namen unserer Papiermarken vereinheitlichen und somit Markenqualität ab sofort überall in Europa erkennbar machen. Nehmen wir beispielsweise unsere neue Papierlinie "Maxi", die in den Qualitäten "Maxigloss" und "Maxisatin" auf den Markt kommt. Während "Maxi" der Papierlinie als gemeinsamer Familienname dient, bezeichnen die Papierqualitäten "gloss" und "satin" die jeweilige spezifische Produkteigenschaft.
Frage: Wie sieht die Entwicklung der Igepa group im laufenden Geschäftsjahr aus?
Winfried Brüggmann: Mit einem geschätzten Umsatz von 1,8 Milliarden Euro (inklusive aller strategischen Partner) für das Jahr 2002 gehört die Igepa group zu den führenden Papiergroßhandelsunternehmen in Europa. Durch strategische Allianzen, wie beispielsweise mit xpedx, stärken wir unsere Präsenz in den europäischen Märkten und bieten den Kunden unserer Allianzpartner ein um die Igepa-Produkte erweitertes Sortiment. Wir stellen unseren zielgruppenrelevanten Kunden (u.a. Druckereien) und Entscheidern (u.a. Agenturen und Verlage) neue und weiterentwickelte Produkte bereit, wie beispielsweise im Bilderdruckbereich die neue "Maxi-Linie".
Frage: Welche Kundenbindungsmaßnahmen nutzen Sie, um über bestehende Produkte und neue Entwicklungen zu informieren?
Winfried Brüggmann: Wir machen durch umfassende Dialog-Marketingmaßnahmen, wie zum Beispiel Mailing-Aktionen zu Produktneueinführungen, gezielt auf unser Angebot aufmerksam. Zusätzlich informieren wir unsere Kunden regelmäßig auf Fachmessen, in Schulungen, Seminaren und Informationsveranstaltungen über neue Produkte und Entwicklungen der Igepa group.
Über Igepa group Igepa group ist eine der führenden Papiergroßhandelsgruppen in Europa. Mit rund 2.000 Mitarbeitern erwirtschaftete die Gruppe inklusive aller strategischen Partner europaweit in 2001 einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro und setzte 1,7 Millionen Tonnen Papier ab. Die Unternehmen der Igepa group stehen für eine einheitliche Marketingpolitik bei gleichzeitiger Selbstständigkeit. Das Händlernetz reicht von Norwegen über Schweden, Dänemark, Belgien, Großbritannien, Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Niederlande, Österreich, Kroatien, Tschechien, Polen, Russland bis hin zur Schweiz. Weitere Informationen unter www.igepagroup.com
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an unseren Pressekontakt.
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