Die Definition von Harmonie.
Zur Messbarkeit der Farbwirkung.
Aufbauend auf unserem Artikel zum ProzessStandard Offsetdruck (PSO) in
der vorherigen Ausgabe der PALETTE, ist der PSO ein
Garant für eine hochwertige und effektive Druckproduktion. Die
Harmoniezwischen Papier und Farbe entscheidet dabei
maßgeblich über den Erfolg des Druckes.
Doch wie wird diese Harmonie im PSO definiert, bewertbar und damit
vergleichbar gemacht?
Eines
der wichtigsten Merkmale liegt in derMessung von Farben auf
dem Bedruckstoff Papier. In der Vergangenheit wurden dabei nur
densitometrisch die Dichtewerte ermittelt. Dabei wird die Farbmenge
und nicht die Farbe im Zusammenspiel mit demPapier bewertet.
Ist z.B. das Gelb auf dem Papier so gelb, wie es sein soll? Ist es
vielleicht verunreinigt? Stimmen die Grundfarben CMYK selbst nicht,
kann kein optimales Druckergebnis erreicht werden. Deshalb bewertet
der PSO nichtdie Farbmenge, sondern die Farbwirkung im
Zusammenspiel mit dem Bedruck-stoff Papier. Die Kontrolle
geschieht durcheine Messung mit einem Spektralphotometer. Die
Messung ermittelt dabei den Farbort in einem bekannten Farbraum. Die
ISO 12647 verwendet den aus der Farbmetrik schon seit 1931
bestehendenFarbraum CIE Lab (s. Grafik). Dieser
Farbraum
ist dreidimensional aufgebaut und mit einem Koordinatensystem mit den
Achsen L, a und b belegt. L steht für die Helligkeit
(hell/dunkel), a beschreibt die Farbachse zwischen grün
und rot,
b
zwischen gelb und blau. So erhält jede Farbe innerhalb des
Farbraumes ihre festen Koordinaten und dadurch einen immer wieder
nachvollziehbaren Farbort. Dadurch haben z.B. alle
Referenz-Primärfarben (CMYK), eingeteilt in 5 Papier-klassen,
im PSO ihre genaue Position und Lab-Werte.
Diese werden auf dem Druckbogen spektral gemessen und mit den Werten
der Referenzfarbe im Farbraum CIE Lab abgeglichen.
Der Abstand im Farbraum zwischen der Referenzfarbe und dem Messergebnis
vom Druckbo-gen wird anhand einer Formel in einen Vergleichswert
umgerechnet. DieserVergleichswert wird als Delta E bezeichnet.
Je kleiner der Delta E Wert und je geringer der Abstand im Farbraum
zur Referenzfarbe ist, desto besser ist das Druckergebnis. Moderne Spektralphotometer
haben die CIE Lab Referenzwerte nach ISO 12647
abgespeichert und berechnen den Delta E Wert zur aktuellen Messung
automatisch.
Mit dem Delta E Wert werden in der ISO 12647 die Abstände zweier Farborte beschrieben. Sollen
z.B. die Primärfarben CMYK der ISO-Norm entsprechen,
müssen sie im Soll-Ist-Vergleich
jeweils einen Delta E Wert kleiner als 5 aufweisen.
Durch die spektrale Beschreibung im CIE
Lab/PSO wird die Harmonie zwischen Papier und Farbe
definiert und bewertbar gemacht. Für die sichere und qualitativ
hochwertige Produktion
Ihrer Drucksachen bietet die Igepa group eine breite Palette
PSO-konformer Qualitätspapiere und Druckfarben an.
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